Ausgezeichneter Dolmetscher für die Medizintechnik

Die Göppinger TZM GmbH ist für die Entwicklung eines Gateways im Medizintechnikbereich mit dem Innovationspreis des Landkreises Göppingen ausgezeichnet worden.

Göppingen. UMG – „Universal Medical Gateway“, das Produkt der TZM GmbH ist im Bereich der Medizintechnik ein wichtiges Verbindungsstück zur Vernetzung von Medizingeräten. Mit UMG kann die in vielen Einrichtungen geforderte Einbindung von medizinischen Geräten in die jeweiligen Netzwerke auf einfache Weise realisiert werden. Als „Hidden Champion“ verfügt das Göppinger Unternehmen über die strengen und aufwändigen Zertifizierungen zur Medizingeräteentwicklung. Namhafte europäische und amerikanische Hersteller greifen zwischenzeitlich auf das Expertenteam der TZM zurück. In den vergangenen Jahren hat das Team mehr als 150 Anbindungen umgesetzt.

Die Herausforderung bei der Vernetzung von Medizingeräten besteht darin, die Kompatibilität zu der Vielzahl an unterschiedlichen Systemen sicherzustellen, den alle sprechen eine andere „Sprache“. UMG spielt sozusagen den Dolmetscher innerhalb der Technikwelt und ermöglicht somit trotz der unterschiedlichen „Sprachen“ die Kommunikation der Systeme miteinander. Medizingerätehersteller waren bisher gezwungen jede neue Systemanbindung direkt auf dem Medizinprodukt zu integrieren, also viele einzelne Dolmetscher zu installieren. Aufgrund dieser Anpassung musste der Hersteller eine aufwändige Rezertifizierung seines Medizinsystems durchführen. Dieser – meist auch finanziell – hohe Aufwand schreckte ab und ließ viele Anbindungsprojekte scheitern.

Herstellerübergreifend einsetzbar

„UMG ist ein hochintelligentes Gerät, das mit den unterschiedlichsten medizinischen Systemen kommunizieren kann. Im medizintechnischen Umfeld gibt es keinen durchgängigen Kommunikationsstandard. UMG muss sich somit durch eine maximale Adaptierbarkeit auszeichnen. Trotz dieser herausfordernden Rahmenbedingungen haben wir ein schlankes, flexibles und zugleich preiswertes System entwickelt, erklärt TZM-Geschäftsführer Edgar Grundstein. Rund eine halbe Million Euro hat die TZM GmbH in den vergangenen zwei Jahren in die Entwicklung des Gateways gesteckt, das sich seit der Erstauslieferung im vergangenen Jahr zwischenzeitlich auf dem Markt etabliert hat. Dort kommt TZM als „neutraler Problemlöser“ sehr gut an, da UMG herstellerunabhängig arbeitet und so überall eingesetzt werden kann.

Auch technologisch kann sich UMG sehen lassen. Das System wurde unter der Vorgabe „Effizienz schlägt reine Power“ entwickelt. Wichtige Bauteile wurden energieeffizient ausgesucht und auf den Einsatz einer Batterie bewusst verzichtet. Da UMG parallel mehrere Medizinsysteme miteinander vernetzen kann fällt auch die Energiebilanz sehr positiv aus.

Marktpotenzial steigt

„UMG ist für den Anwender spielend zu bedienen, wenn gleich die innenliegende Technik sehr komplex, aber gut durchdacht ist“, berichtet Oliver Drexler, Abteilungsleiter „Medical Solutions“ und Projektleiter UMG. Gespräche mit Branchenvertretern zeigen ein großes Potenzial bei der Vermarktung – insbesondere bei der weiteren Optimierung von Prozessen innerhalb der Medizintechnik. Durch das bereits gesammelte Know-how und den engen Dialog mit Kliniken und Anwendern können UMG und weitere, ähnliche Produktideen künftig noch optimaler eingesetzt werden.

Der Innovationspreis

Die TZM GmbH, die mitunter zur Realisierung des Produktes UMG im Jahr 2014 gegründet wurde, hat in der Kategorie Existenzgründung/Nachfolge den mit 1000 Euro dotierten Innovationspreis des Landkreises Göppingen gewonnen. Zur Fachjury gehören Dr. Hariolf Teufel (Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Göppingen), Professor Dr. Michael Auer (Vorstandsvorsitzender der Steinbeis-Stiftung), Klaus Meissner (Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Göppingen), Reiner Lohse (Geschäftsführer der Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft für den Kreis Göppingen), Dr. Peter Saile (Geschäftsführer der IHK-Bezirkskammer Göppingen), Klaus Heschke (Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Göppingen) und Professor Dr. Ulrich Ammann (Hochschule Esslingen).